Ballett in den USA

Ballett in den USA

Zur Jahrhundertwende gelangte klassisches Ballett nach Nordamerika. Das American Ballett Theater und das New York City Ballett waren die zwei renommiertesten Ballett-Truppen ihrer Zeit. Währenddessen wurde die Ballettwelt von George Balanchine aus New York aufgerüttelt. Er ist bekannt als „Vater des amerikanischen Balletts“.

George Balanchine (1904 bis 1983)

Wie auch sein musikalischer Partner Strawinsky, war Balanchine ein russischer Emigrant. Sowohl der Choreograph als auch der Komponist prägten das 20. Jahrhundert jeweils mit ihrer Kunst. Georgi Balanchivadze wurde in St. Petersburg als Sohn eines Komponisten geboren. Er studierte an der Petrograder Ballettschule und am Konservatorium für Musik und trat 1921 dem Staatlichen Akademischen Theater für Oper und Ballett bei.

In Balanchines Werken hatte die Musik Vorrang. Sie bestimmte Form und Rahmen für die Choreographie, sei es durch den exakten Rhythmus oder den kompositorischen Verlauf. Balanchine brachte zum klassischen Ballettstil beschwingte Winkel, hohe Kicks, Rhythmus und Athletik. Er veränderte das Image der Ballerina von der anmutigen Fee zu einem drahtigen Windhund. Balanchine choreographierte einst ein Ballett für Elefanten in Tutus. Seine Circus Polka für „50 Elefanten und 50 schöne Mädchen“ wurde 1942 vom Barnum and Bailey Circus in Auftrag gegeben. Strawinsky schrieb die Musik. Es gab weitere 425 Auftritte im Madison Square Garden. Der Hauptelefant hieß Modoc und die Haupttänzerin war Vera Zorina, Balanchines damalige Ehefrau.