Marius Petipa – der Vater des klassischen Balletts

Marius Petipa – der Vater des klassischen Balletts

Petipa ist der einflussreichste Ballettmeister der Geschichte. Seine Karriere, die Ausbildung und Erfahrung in Tanz und Choreografie machten ihn zu einer herausragenden Figur des klassischen Balletts. Petipa wurde 1818 in eine Künstlerfamilie in Marseille geboren. Seine Eltern waren Jean Antonine Petipa, selbst ein Ballettmeister, und die Schauspielerin Victorine Graseau. Zuerst interessierte sich der junge Petipa wenig für das Tanzen, aber seine Mutter überzeugte ihn, dass es seine Pflicht war, dem Vorbild seines Vaters zu folgen. Schon im Alter von 9 Jahren tanzte er in La Dansomanie, einer Inszenierung von Jean Antonine Petipa.

Petipa war bekannt für seine Fähigkeit, russische Folklore in Ballettproduktionen einzubinden. Er schuf eine realistische Aufführung, die eine fesselnde Geschichte erzählte und das Publikum den ganzen Abend faszinieren konnte. Die Ballerinen tanzten zu jeder Zeit „en pointe“ (Spitzentanz), unabhängig von der jeweiligen Erzählung auf der Bühne. Petipa gab sowohl den Komponisten als auch den Tänzern sehr exakte Anweisungen. Er integrierte komplexe Sequenzen, anspruchsvolle Schrittfolgen und Sprünge zu seinen Handlungssträngen. Seine berühmtesten Werke waren Dornröschen, Schwanensee und der Nussknacker, für welche er mit dem berühmten Komponisten Tschaikowsky zusammenarbeitete. Petipas Inszenierung von La Fille du Pharaon war so erfolgreich, dass er zum Choreografen des Imperial Theatre in St. Petersburg ernannt wurde und danach Erster Ballettmeister (Ballett-Direktor) im selben Theater.