Ballett in der Klassik

Ballett in der Klassik

Es war während der klassischen Periode, dass die Ausdruckskraft in der Darbietung eines Tänzers in den Vordergrund rückte. Diese Entwicklungsphase des Balletts begann im späten 18. Jahrhundert. Tänzer nutzten nun Bewegung und Gesichtsausdruck für dramaturgische Effekte. Klassisches Ballett, auch romantisches Ballett genannt, ist ein Tanzsystem, das auf formalisierten Bewegungen und Positionen von Armen, Füßen und Körper beruht. Es soll dem Tänzer ermöglichen, sich mit größtmöglicher Flexibilität, Kontrolle, Schnelligkeit, Leichtigkeit und Anmut zu bewegen. Das Thema des klassischen Balletts kann romantisch, realistisch oder auch mythologisch sein. Eine Vielzahl von dramatischen und emotionalen Situationen können dargestellt werden. Eine klassische Inszenierung gliedert sich in drei Abschnitte: die Eröffnung (Pas de Deux, Tanz für Zwei, oder Adagio), Variationen oder individuelle Darbietungen der Solisten (zuerst vom Mann und dann von der Ballerina) und das Finale Pas de Deux oder Coda.

Das klassische Ballett hat seinen Ursprung im französischen Hofballett des 17. Jahrhunderts. Die Kunst wurde an der Russischen Kaiserlichen Ballettschule, die im 19. Jahrhundert von Marius Petipa geleitet wurde, und in den Werken der italienischen Choreografen Carlo Blasis und Enrico Cecchetti verwirklicht. 1820 folgte die erste formale Kodifizierung der klassischen Ballett-Technik durch Blasis. Als Leiter der Ballettschule an der Mailänder Scala wandte er seine strenge Methodik und die Betonung der Form an. Die Schule wurde zur Wiege von Solotänzern, die das klassische Ballett in ganz Europa verbreiteten. Beispiele für klassische Ballette, die in Repertoires auf der ganzen Welt erhalten sind, sind z. B. Pjotr Iljitsch Tschaikowskys Schwanensee. Auch andere klassische Ballette sind noch immer ein Muss für jeden Ballettliebhaber. Die Musik ist durchweg aus der Klassik und während der gesamten Aufführung wird der Spitzentanz ausgeführt. Die Choreographie jedes einzelnen Balletts hat die Jahrhunderte überstanden:

  • Aschenputtel ist die liebenswerte Geschichte eines jungen Mädchens, das Liebe und Glück durch seine Taten der Gutmütigkeit findet. Das Ballett basiert auf dem Märchen des französischen Geschichtenerzählers Charles Perrault.
  • Don Quijote wurde 1869 in Moskau uraufgeführt und von Marius Petipa mit Komposition von Ludwig Minkus choreografiert. Don Quijote schließt mit einem der berühmtesten Pas de Deux der Ballettgeschichte, dem „Grand Pas de Deux“ für die Hauptfiguren Kitri und Basilio, ab.
  • Giselle gilt als eines der beliebtesten Ballette. Das romantische Ballett hat seit seiner Entstehung die besten Tänzer mit seinen Hauptrollen angezogen.
  • La Sylphide ist eines der frühesten romantischen Ballette. La Sylphide basiert auf einer ziemlich albernen, phantastischen Handlung. James, ein junger Schotte, läuft von seiner Hochzeit weg, um mit seinem Traum, einer schönen Waldfee (la Sylphide), im Wald zu tanzen.
  • Der Nussknacker basiert auf der Geschichte eines jungen Mädchens, das von einem Nussknacker-Prinzen und einem erbitterten Kampf gegen einen Mauskönig mit sieben Köpfen träumt. Dieses Ballett in zwei Akten wurde ursprünglich von Marius Petipa und Lev Ivanov und mit der Musik von Tschaikowsky choreografiert.
  • Romeo und Julia basiert auf Shakespeares klassischer Tragödie einer jungen, unglücklichen Liebe. Prokofjew komponierte die unglaubliche Ballettmusik um 1935, welche viele großartige Choreographen dazu inspirierte, Shakespeares Geschichte als Ballett umzusetzen.